Erneute Unruhe im DAX – wird die 12.000 weiter im Mittelpunkt stehen?

Der Start in den Dienstag verlief ernüchternd. Alle vorbörslichen Gewinne wurden abgegeben und die 12.000 später erneut von der Unterseite aus betrachtet. Nach einer starken Vorbörse bröckelten die Gewinne bereits und ließen das GAP im XETRA-Handel immer mehr dahinschmelzen. Tatsächlich lag die Eröffnung dann punktgenau auf dem Vortagesschluss und markierte fast dabei auch das Tageshoch.

Ab diesem Zeitpunkt begannen die Bären ihren Gegenangriff und ließen den Markt zügig auf die in der Vortagesanalyse dargestellte 12.070/80 rutschen. Nach einem Test dieses Bereichs ging es noch tiefer und zur Mittagszeit dann sogar unter 12.000 Punkte. Hintergrund waren erneut wachsende Zweifel an einer Annäherung zwischen den USA und China bei den geplanten Handelsgesprächen, wie die BoerseARD berichtete. Am Donnerstag sollen hier die Verhandlungen beginnen. Damit war der Abgabedruck jedoch nicht ausgeschöpft.

Das Tagestief wurde wenig später dynamisch in einem Spike vor dem US-Handel mit 12.933 markiert und ließ erst dann eine Erholung zu. Sie führte noch einmal kurz über die 12.000er-Marke, doch am Ende des Handelstages schloss der DAX rund 30 Punkte darunter bei 11.970. Alle Eckdaten und der Chart des Tagesverlaufs sind hier entsprechend dargestellt:

Eröffnung12.097,89PKT
Tageshoch12.097,94PKT
Tagestief11.933,02PKT

Damit hat sich der Aufwärtstrend der letzen beiden Tage wieder aufgelöst und der gezeigte Trend ist gebrochen:

Einzig positiv ist hierbei, dass die Unterstützung der Zone vor den USArbeitsmarktdaten am Freitag angelaufen wurde und den Bären standgehalten hat.

Sie liegt um 11.920 und zieht sich bei Zunahme der Freitagskurse 04.10.2019 bis zu 11.950 nach oben:

Eine Implikation auf das große Chartbild gab es hierbei auch. Dieses ist nun, rein auf XETRA-Kurse basierend, am Montag als Korrektur zu werten.

Nachbörslich waren wir sogar sehr genau an der Korrekturzone, welche durch die Tiefs vom 25. September charakterisiert sind:

Ist die Korrektur damit schon vorüber? Immerhin kann sich noch ein sanfter Aufwärtstrend skizzieren lassen:

Die Vorbörse zeigt erneut die 12.000 und damit eine runde Marke an, die immer wieder in den letzten Tagen als Dreh- und Angelpunkt diente.

Diese steht auch mit Blick auf die heutige Handelssession im Mittelpunkt. Um diese Marke herum, als Toleranz +/- 20 Punkte etwa, ist eine reine Trading-Zone zu identifizieren:

Überspringen wir die 12.020 respektive die 12.030 ist ein Long-Signal auf der größeren Zeitebene vorhanden.

Dies kann dann erneut zur 12.070/80 des Vortages führen und darüber hinweg zur 12.100. Auf der Unterseite ist unter 12.980 Vorsicht und das Ziel 11.950 geboten, wie dieses Schaubild aufzeigt:

Entsprechende Impulse abseits der Charttechnik gibt es ebenso.
Denn auch am Mittwoch wird es eine Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell geben. Diese findet nach Eröffnung der Wall Street um 17.00 Uhr statt und kann noch einmal entsprechende Impulse auf die Aktienmärkte ausstrahlen.

Bereits gestern Abend hatte er die Märkte auf weitere Liquiditätsmaßnahmen vorbereitet. Die amerikanische Zentralbank möchte erneut kurzfristige Staatsanleihen (Treasury Bills) kaufen, wie Jerome Powell gestern bei der Wirtschaftskonferenz in Denver verlauten ließ.

Als fester Termin steht 20.00 Uhr dann das FOMC Protokoll der letzten Notenbanksitzung auf der Agenda im Wirtschaftskalender. Hier erwarten Marktteilnehmer weitere Einblicke in die Zinspolitik der Notenbänker. Bleiben Sie aufmerksam und behalten Sie Ihr Risiko stets im Blick.

Ihr Christian Schürholz von Daytrading-Live.de